Erlaubt oder Fehler?
Jedem Tennisspieler ist es schon einmal passiert: Der Ball verspringt, trifft den Schlägerrahmen und rutscht direkt danach über die Saiten. Man hört ein doppeltes Geräusch und der Ball fliegt in einer merkwürdigen Flugbahn über das Netz. War das legal?
Die Antwort der offiziellen Regeln überrascht viele Amateursportler: Eine unabsichtliche mehrfache Ballberührung ist im Tennis erlaubt. Entscheidend für die Bewertung auf dem Platz ist einzig und allein die Absicht des Spielers. Das Reglement unterscheidet zwischen zwei Szenarien:
- Die unabsichtliche Berührung: Wenn ein Ball unsauber getroffen wird, passiert der doppelte Kontakt in Bruchteilen einer Sekunde – meistens zwischen Rahmen und Bespannung. Finden diese Berührungen innerhalb einer einzigen, kontinuierlichen Schlagbewegung statt, läuft der Ballwechsel ganz normal weiter. Dass der Ball danach unberechenbar fliegt, spielt keine Rolle.
- Die absichtliche Berührung: Sobald ein Spieler versucht, den Ball bewusst mehr als einmal zu treffen, verliert er den Punkt sofort. Ein klassisches Beispiel ist das „Jonglieren“: Den Ball in der Luft weich abstoppen, um ihn sich selbst vorzulegen, und ihn erst mit einer zweiten Bewegung über das Netz schlagen.
Fazit für die Praxis: Da ein solcher „Double Hit“ im Amateurtennis fast immer ein Versehen ist, wird der Ballwechsel fair weitergespielt. Wer seine Schlagbewegung sauber durchzieht, darf sich über den Punkt freuen.